In eigener Sache

Der Inhalt dieser Seite stellt nur meine persönliche Meinung dar, sie erhebt darüber hinaus keinen Anspruch auf Objektivität und Vollständigkeit in der Betrachtungsweise.

Thema:

Förderung von Kunst und Kunstevents

Eins möchte ich vorweg betonen: Ich bin nicht generell gegen die Förderung von Kunst. Jetzt kommt natürlich das obligatorische aber: Wie es das Wort Förderung an sich schon ausdrückt, sollte etwas, das zu schwach und zu klein ist, um allein auf die Beine zu kommen, wenigstens kurzfristig Förderung erfahren. So weit - so gut. Was aber, wenn ein (Kunst-)Projekt zu teuer ist oder zu wenig Nachfrage dafür besteht, weil es z. B. auf Biegen und Brechen am Publikumsgeschmack vorbei inszeniert ist? Weil es z. B. ein Prestigeobjekt einiger Weniger ist, man gute Verbindungen zu “Fördertopfhütern” hat oder eine bestimmte Einrichtung “schon immer” gefördert wurde? Unter vielem anderen bietet in gewisser Weise auch Kunst Potential für staatlichen Regelungs- und Lenkungswahn sowie Gestaltungsmitsprache und Geltungsdrang. In der Regel wird nur etwas vergeben, wenn der Förderer davon in irgend einer Form einen Vorteil hat. Sicher ist, dass durch Förderung der gesunde Wettbewerb verzerrt wird. Jede Theaterkarte wird in Deutschland mit dem Mehrfachen ihres Preises “gefördert”. Wenn man die Ausgaben mancher Staatstheater mit ihren Einnahmen verrechnet, zeigt sich, dass die Eintrittskarten mit mehreren hundert Euro -Stück für Stück- “gefördert” werden. Diese Praxis der Verschwendung Ihres Geldes ist die Regel. Mit fremden Geldern ist leicht Gönnertum vorzugaukeln. Dennoch gibt es Häuser, die eine positive Bilanz aufweisen. Warum? Wird dort ein publikumsgerechteres Programm angeboten oder arbeiten diese Häuser einfach kostenbewusster? Ich möchte keine Lanze für Mainstream brechen, aber in einer Marktwirtschaft bestimmt die Nachfrage das Angebot. Im gesamten Leben verhält es sich so, dass sich Vielfalt, Einzigartigkeit und Farbenreichtum dort am besten entwickeln, wo kein Lenkungs- bzw. Förderungsdiktat besteht. Während die meisten Bürger es als Steuergeldverschwendung empfinden, dass ganze Ortschaften subventioniert abgerissen werden, um Braunkohle abzubauen, die zumindest in unserem Jahrhundert keiner mehr benötigt, dass jahrelang die Handysparte von Siemens und Nokia subventioniert wurde, um dann doch letztendlich für einen symbolischen Preis ins Ausland zu gehen, ist der Sinn von Kunstförderung nicht so offensichtlich in Frage zu stellen. Die überwiegende Anzahl von kulturellen Veranstaltungen ist subventioniert und es besteht somit keine Notwendigkeit für deren Veranstalter, kostendeckend zu planen. Oft gibt es dadurch Kunst ohne Eintrittsgelder, somit verliert sie auch nach Außen ihren Wert. Folge: Selbst wenn nicht geförderte Projekte durch viel ehrenamtliches Engagement zum Selbstkostenpreis angeboten werden können, sind ihre Eintrittspreise immer etwas höher. Damit ist die Akzeptanz in der Bevölkerung und letzten Endes auch die Zahl der Besucher niedriger.

Das RheinTheater besteht komplett ohne Förderung durch Ihre Steuergelder. Um die Eintrittspreise moderat zu gestalten, waren und sind weiterhin tausende von ehrenamtlichen Arbeitsstunden für den Aufbau und Erhalt des Theaters, des Inventars und der Bühnenausstattung, für das Schreiben und Inszenieren sowie das bauliche Umsetzen und schließlich das Aufführen der Theaterstücke notwendig.            Verrückt?

Nein, nur Idealismus und die Liebe zum Theater.  

Armin Mahl, Gründer des RheinTheaters